Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel

Der Beruf Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel gehört zu einer der größten Berufsgruppen, rund 400.000 Menschen sind in diesem Bereich beschäftigt. Im Verkauf bist du die wichtigste Schnittstelle zwischen der Ware und dem Kunden. Deine Hauptaufgabe ist es, Kundenbedürfnisse zu erkennen, Kunden zu beraten und den Verkauf erfolgreich abzuschließen.
Berufsbild
Ein wichtiges Arbeitsgebiet ist die Organisation, Pflege und Betreuung des Geschäftes. Du planst den Einkauf, überwachst die Anlieferungen und die Lagerung der Waren. Du sorgst dafür, dass Kunden sich im Geschäft wohlfühlen und gerne wiederkommen, du hilfst auch bei der Gestaltung der Einrichtung. Je nach Interesse, Talent und Engagement kannst du Marktentwicklungen beobachten, Einkaufstrends erkennen und beim Warensortiment entsprechende Veränderungen vornehmen.
Aufgaben im Überblick
Der Beruf ist eine Kombination aus Kundenkontakt, Warenwirtschaft und visueller Gestaltung:
Kundenberatung und Verkauf:
- Ermitteln der Kundenwünsche und Vorführen der Produkte
- Aktive und freundliche Beratung bei der Kaufentscheidung
- Anbieten von Zusatzleistungen (z.B. Garantien, Reparaturservice)
Warenwirtschaft und -präsentation:
- Annahme und Kontrolle von Warenlieferungen
- Warenpflege und -auszeichnung (Preise, Frischekontrolle)
- Verkaufsfördernde Präsentation der Ware im Verkaufsraum und Schaufenster (Visual Merchandising)
- Überprüfung der Lagerbestände und Nachbestellung von Artikeln
Kassiertätigkeiten:
- Bedienung des Kassensystems und Abrechnung der Tageseinnahmen
- Bearbeitung von Reklamationen und Umtauschvorgängen
Ausbildung
Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel ist ein dualer Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungszeit von 3 Jahren, die um maximal 1 Jahr verkürzt werden kann. Diese Berufsausbildung wird in den Betrieben und Filialen des Einzelhandels angeboten. Im dualen System wird im Ausbildungsbetrieb die Praxis gelernt und geübt und in der Berufsschule die Theorie gelernt.
Zugangsvorrausetzungen werden von den Betrieben festgelegt, es gibt keine zwingende Regelung für einen bestimmten Schulabschluss.
Der Bildungsabschluss der Auszubildenden in der Praxis liegt etwa bei:
- 49% mittleren Bildungsabschluss
- 35% Hauptschulabschluss
- 13% Hochschulreife
- 3% ohne Abschluss oder Sonstige
Schulische Ausbildung
Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann im Einzelhandel ist auch in einer rein schulischen Form möglich, in dem Fall wird keine Vergütung gezahlt.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung für eine duale Ausbildung wird vom Ausbildungsbetrieb gezahlt, sie richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tariflichen Vereinbarungen. Die Höhe ist auch abhängig vom Bundesland und liegt monatlich beispielsweise bei:
- Ausbildungsjahr: 900 bis 1.100 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.000 bis 1.200 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.100 bis 1.300 Euro
Chancen & Perspektiven
Als Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel findest du Arbeitsplätze in Einzelhandelsgeschäften oder im Versandhandel. Aufgrund der Vielfalt und hohen Zahl an Geschäften, gibt es entsprechende Möglichkeiten in fast jedem Ort. Arbeitszeiten in Vollzeit und Teilzeit sind üblich.
Fachliche Weiterbildung in deinem Spezialgebiet macht dich attraktiv für entsprechende Fachgeschäfte. Zusatzqualifikationen z. B. in Richtung Betriebswirtschaft oder Ausbildereignung eröffnen weitere Perspektiven.
Karriere in leitender Position
Bei persönlicher Eignung und / oder passender Weiterbildung sind Führungspositionen bis zur Filialleitung und darüber hinaus möglich. Spezielle Weiterbildungen im Bereich Kommunikation und Führung vermitteln das Handwerkszeug zur Führungskraft. Damit verbessern Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt aktiv und machen sich auch attraktiv für zukünftige neue Arbeitgeber.
Digitalisierung
Die fortschreitende Digitalisierung der Berufswelt kann Aufgabenfelder und Anforderungsprofile verändern. Für Kaufleute im Einzelhandel macht es Sinn, sich mit folgenden Technologien und Themen zu befassen:
- Automatisierte Bestandskontrolle (z.B. mit mobilen Geräten Wareneingang und Lagerbestände erfassen)
- Interaktive Verkaufsassistenten (z.B. Kunden beim Umgang mit interaktiven Umkleidekabinen und Spiegeln unterstützen)
- Mobile Payment (z.B. digitale Bezahlsystemen, kontaktlose oder kassenloses Bezahlen)
- Serviceroboter (z.B. zur Bestandskontrolle oder zum Auffüllen von Regalen einsetzen)
- Store-Management-System (z.B. Handlungsempfehlungen des Systems konfigurieren und auswerten, um flexibel auf Engpässe reagieren und die Kundenzufriedenheit steigern zu können)
- Warehouse-Management-Systeme (z.B. mithilfe von Software zur Lagerverwaltung Bestände überwachen, ein- und ausgehende Warenströme steuern)
Gehalt
Das Gehalt hängt von vielen Faktoren ab wie der Branche, der Unternehmensgröße und davon ab, ob das Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt.
- Region: Die Gehälter unterscheiden sich je nach Bundesland. In einigen westdeutschen Bundesländern liegen die Gehälter im Durchschnitt über dem nationalen Durchschnitt, während sie in anderen Regionen darunter liegen können.
- Branche und Unternehmen: Branchen mit Tarifverträgen oder große Unternehmen wie Lidl oder Aldi zahlen oft höhere Gehälter als kleinere Betriebe. Der Stundenlohn kann ebenfalls variieren.
- Qualifikation: Zusätzliche Qualifikationen können die Einstufung in eine höhere Tarifgruppe und somit das Gehalt beeinflussen.
Die durchschnittlichen Monatsgehälter liegen bei etwa 2.400 bis 3.200 Euro. Filialleiter/innen können deutlich mehr verdienen, die Bandbreite geht bis über 5.000 Euro.
In Mecklenburg-Vorpommern werden im Durchschnitt die geringsten Gehälter gezahlt. In Hessen sind durchschnittlich die höchsten Gehälter möglich.
