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Jurist/in

zwei Juristen vor einem großen Bücherregal

Berufliches Umfeld

Tausende Studierende beenden jedes Jahr erfolgreich ihr Jurastudium. Sie sind später nur teilweise in den typischen Jura-Berufen wie Richter, Anwalt oder Staatsanwalt zu finden. Eine kleine Elite mit hervorragenden Noten schafft es, den Beruf des Notars zu ergreifen. Banken, Behörden, Versicherungen, Kammern, Verbände, Industrie und Dienstleistungsunternehmen bieten ebenfalls attraktive Stellen für Juristen an.

Auch freie Berufe wie Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer werden von den Absolventen angestrebt. So vielfältig wie die Arbeitgeber, sind auch die Aufgaben der Juristen. Von Beratung über Aufsetzen von Verträgen und anderen Schriftstücken bis hin zur Prüfung von Rechtmäßigkeiten erstreckt sich der Arbeitsalltag. Ziel dabei ist stets die Einhaltung von Gesetzen zu gewähren und Ausgleich bei Meinungsverschiedenheiten zu schaffen.

Wer sich nicht scheut Paragraphen zu wälzen und die Lösung für ein Problem im Detail zu suchen ist richtig in diesem Berufszweig. An dieser Stelle setzt moderne Technologie an, um zeitaufwändige Routinearbeiten effizienter zu gestalten.

Legal Tech und künstliche Intelligenz

Legal Tech ist im Begriff, die Rechtsabteilungen grundlegend umzukrempeln. KI-Anwendungen sollen die Recherche beschleunigen und umfangreiche Fleißarbeiten z. B. durch intelligente Prompt-Strategien ersetzen. Die technische Implementierung solcher Vorhaben im großen Stil scheint kompliziert zu sein. Dieser Wandel ist jedoch schon im Gange, denn fortschrittliche Unternehmen bieten bereits Tools und Workspace für alle Aspekte der juristischen Arbeit an. Nichts geringeres als die automatisierte Bearbeitung von Verfahren und komplexen Projekten in Kanzleien, Rechtsabteilungen und Verwaltungen versprechen die Anbieter. Wer es ernst meint mit einem Jura-Job, sollte sich daher fit machen für die zeitgemäßen Techniken, um davon profitieren zu können.

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Ausbildung

Das Studium zum/zur Volljurist/in gehört zu den längsten und anspruchsvollsten in Deutschland.

Studieninhalte

Das Studium ist stark auf diese drei Rechtsgebiete fokussiert:

Das Jurastudium wird in Deutschland ausschließlich an Universitäten angeboten und besteht aus zwei Teilen, die jeweils mit einem Examen abgeschlossen werden. Bis zum ersten Staatsexamen werden die Studenten an der Universität ausgebildet. Danach werden ca. zwei Jahre Referendariat absolviert. Dabei verbringen die angehenden Juristen jeweils ein halbes Jahr bei Gericht, einem Anwalt und einer Verwaltungsbehörde. Wichtig ist, dass die Kerngebiete Öffentliches Recht, Zivilrecht und Strafrecht dabei abgedeckt werden. Am Ende des Referendariats folgt eine zweite Prüfung, die von einer staatlichen Behörde abgenommen wird.

Ganz leicht ist das Studium nicht. 30 Prozent können schon bei der ersten Prüfung durchfallen und nochmal 20 Prozent beim zweiten Examen. Um später gute Chancen in der Arbeitswelt zu haben, reicht es nicht aus, die Prüfungen nur zu bestehen. Um eine der hart umkämpften Top-Stellen zu ergattern sind gute Noten Pflicht.

Eine alternative zum Jurastudium an der Universität ist der Studiengang Wirtschaftsjura an Fachhochschulen. Im Gegensatz zu dem klassischen Universitätsstudiengang lernen die Studierenden auch Teilbereiche der Betriebswirtschaftslehre kennen. Damit sind sie die perfekten Kandidaten für Unternehmen in der freien Marktwirtschaft. Das Studium an der Fachhochschule gliedert sich in sieben Bachelorsemester inklusive einem Praxishalbjahr und vier Mastersemester.

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Chancen & Perspektiven für Juristen im Beruf

Besonders im öffentlichen Dienst und den großen Kanzleien sind die freien Stellen hart umkämpft. Wer hier nicht exzellente Noten aufweist hat geringe Chance. Dann bleibt zunächst, an kleineren Kanzleien anzuheuern und dementsprechend weniger zu verdienen.

Das Jurastudium bietet vielen andere Möglichkeiten. Wer in Erwägung zieht, in einem Dienstleistungsunternehmen, einer Behörde oder bei Versicherungen sein Können einzubringen, muss sich keine großen Sorgen um seinen Berufseinstieg machen.

Juristen werden auch in vielen Industrieunternehmen gebraucht und schaffen dort auch den Sprung in die Führungsetagen. Viele Geschäftsführer oder Vorstände von großen Unternehmen sind Juristen.

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Gehalt

Juristen mit an der Spitze

Unter den Topverdienern in Deutschland sind immer noch viele Juristen. Das liegt an den Aufstiegsmöglichkeiten. Top-Gehälter müssen allerdings hart erarbeitet werden und setzen ein Prädikatsexamen voraus.

Die Anfangsgehälter nach dem Studium liegen im Durchschnitt zwischen 50.000 und 70.000 Euro pro Jahr. In Großkanzleien reichen die jährlichen Einstiegsgehälter teilweise bis über 100.000 Euro, allerdings bei erheblichem Arbeitseinsatz mit überdurchschnittlichen Wochenarbeitszeiten.

Wichtige Faktoren bei der Gehaltshöhe sind auch hier die Betriebsgröße, die Region und Branche, eigener Erfahrungsschatz und Lebensalter. Neben der fachlichen spielt die persönliche Qualifizierung eine Rolle. Führungsaufgaben erfordern Führungskompetenzen, die im Studium kaum vermittelt werden. Nach etwas Berufserfahrung kann hier eine Weiterbildung in Führung und Kommunikation sehr hilfreich sein.

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